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Wie schnell fliegt ein Flugzeug? Geschwindigkeiten beim Start, im Flug und bei der Landung
Von AirHelper
Letzte Aktualisierung: 14. März 2026

Ein Passagierflugzeug fliegt je nach Flugphase unterschiedlich schnell: Beim Start etwa 240 bis 290 km/h, im Reiseflug rund 800 bis 950 km/h und bei der Landung etwa 220 bis 260 km/h. Moderne Verkehrsflugzeuge erreichen ihre höchste Geschwindigkeit in großer Flughöhe, wenn Luftwiderstand und Treibstoffverbrauch optimal sind.
Wie schnell ein Flugzeug tatsächlich fliegt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel vom Flugzeugtyp, Gewicht, Wetterbedingungen und der Flughöhe. Auch die jeweilige Flugphase spielt eine entscheidende Rolle: Start, Steigflug, Reiseflug und Landung erfordern jeweils unterschiedliche Geschwindigkeiten.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie schnell Flugzeuge beim Start, im Reiseflug und bei der Landung sind, welche Faktoren die Geschwindigkeit beeinflussen und warum selbst moderne Überschallflugzeuge ganz eigene Regeln haben.
Überblick: Wie schnell fliegen Flugzeuge wirklich?
Moderne Verkehrsflugzeuge bewegen sich je nach Flugphase in unterschiedlichen Geschwindigkeitsbereichen. Die wichtigsten Werte im Überblick:
| Flugphase | Typische Geschwindigkeit | Einheit |
|---|---|---|
| Start | 240–290 | km/h (Groundspeed) |
| Reiseflug | 800–950 | km/h (True Airspeed) |
| Landung | 240–260 | km/h (Groundspeed) |
Diese Geschwindigkeiten gelten für typische Mittel- und Langstreckenflugzeuge wie die Boeing 737, den Airbus A320 oder die Boeing 777. Kleinere Flugzeuge, etwa Propellermaschinen oder Privatjets, fliegen meist deutlich langsamer. Militärische Jets dagegen können Geschwindigkeiten von mehr als Mach 2 erreichen und sind damit um ein Vielfaches schneller als zivile Verkehrsflugzeuge.
👉 Wichtig zu wissen: Die im Cockpit angezeigte Geschwindigkeit (IAS – Indicated Airspeed) unterscheidet sich häufig von der tatsächlichen Geschwindigkeit über Grund (Groundspeed). Wind, Flughöhe und Luftdichte können dazu führen, dass ein Flugzeug schneller oder langsamer über den Boden fliegt, als die Instrumente zunächst vermuten lassen. Warum diese Unterschiede entstehen und wie Piloten die tatsächliche Fluggeschwindigkeit berechnen, erklären wir im nächsten Abschnitt.
Ein Passagierflugzeug hebt beim Start meist mit einer Geschwindigkeit von etwa 240 bis 290 km/h ab. Diese sogenannte Startgeschwindigkeit wird am Ende der Startbahn erreicht und reicht aus, damit die Tragflächen genügend Auftrieb erzeugen, um das Flugzeug vom Boden abheben zu lassen.
Die genaue Geschwindigkeit kann jedoch variieren. Sie hängt unter anderem vom Flugzeugtyp, Gewicht, Wetter und den Bedingungen am Flughafen ab.
Warum variiert die Startgeschwindigkeit?
Mehrere Faktoren beeinflussen, wie schnell ein Flugzeug beim Start sein muss:
Flugzeugtyp: Ein leichter Regionaljet wie die Embraer E190 hebt deutlich früher ab als ein großes Langstreckenflugzeug wie die Boeing 747.
Gewicht: Je schwerer ein Flugzeug ist – etwa bei Langstreckenflügen mit viel Treibstoff – desto höher muss die Geschwindigkeit beim Start sein.
Außentemperatur und Luftdichte: Bei hohen Temperaturen ist die Luft dünner, wodurch weniger Auftrieb entsteht. Das Flugzeug benötigt dann mehr Geschwindigkeit.
Höhenlage des Flughafens: Flughäfen in großer Höhe, etwa in Denver oder Mexiko-Stadt, haben ebenfalls dünnere Luft. Dadurch verlängert sich oft die benötigte Startstrecke.
Windverhältnisse: Gegenwind unterstützt den Start und reduziert die benötigte Geschwindigkeit über Grund. Rückenwind kann dagegen den Startweg verlängern.
Beispielhafte Startgeschwindigkeiten nach Flugzeugtyp
| Flugzeugtyp | Typische Startgeschwindigkeit |
|---|---|
| Airbus A320 | ca. 250–270 km/h |
| Boeing 737 | ca. 240–260 km/h |
| Boeing 777 (Langstrecke) | ca. 290 km/h |
| Embraer E-Jet | ca. 220–240 km/h |
| Turboprop (z. B. ATR 72) | ca. 200–220 km/h |
Im Reiseflug erreichen moderne Passagierflugzeuge Geschwindigkeiten von etwa 800 bis 950 km/h (True Airspeed). Diese Geschwindigkeit wird in großen Höhen erreicht – typischerweise zwischen 9.000 und 12.000 Metern –, wo die Luft dünner ist und der Luftwiderstand deutlich geringer ausfällt.
In dieser Phase des Flugs bewegen sich Verkehrsflugzeuge besonders effizient. Die sogenannte Reisefluggeschwindigkeit ermöglicht es, lange Strecken schnell zurückzulegen und gleichzeitig Treibstoff zu sparen.
Warum fliegen Flugzeuge in dieser Höhe so schnell?
Mehrere physikalische Faktoren sorgen dafür, dass Flugzeuge in großer Höhe besonders effizient fliegen können:
Geringerer Luftwiderstand: In dünnerer Luft muss das Flugzeug weniger Luft verdrängen, was höhere Geschwindigkeiten bei geringerem Treibstoffverbrauch ermöglicht.
Effizienter Triebwerksbetrieb: Turbofan-Triebwerke arbeiten bei niedrigen Temperaturen und geringerem Luftdruck besonders effizient.
Stabilere Flugbedingungen: In der typischen Reiseflughöhe gibt es meist weniger Turbulenzen und gleichmäßigere Wetterbedingungen.
Beeinflusst der Wind die Geschwindigkeit?
Ja – und zwar deutlich. Die Geschwindigkeit eines Flugzeugs über dem Boden (Groundspeed) kann sich je nach Windrichtung stark verändern.
Rückenwind (z. B. Jetstream): Erhöht die Groundspeed, sodass das Flugzeug schneller am Ziel ankommt.
Gegenwind: Reduziert die Groundspeed und verlängert dadurch die Flugzeit.
Ein bekanntes Beispiel sind Transatlantikflüge: Auf Strecken von New York nach Frankfurt kann ein starker Jetstream die Flugzeit um bis zu eine Stunde verkürzen. In der Gegenrichtung dauert der Flug entsprechend länger.
Reisegeschwindigkeiten nach Flugzeugtyp
| Flugzeugtyp | Typische Reisegeschwindigkeit |
|---|---|
| Airbus A320 / Boeing 737 | ca. 840–860 km/h |
| Airbus A350 / Boeing 787 | ca. 900–910 km/h |
| Concorde (historisch) | über 2.100 km/h (Mach 2.04) |
| Businessjets (z. B. Gulfstream G700) | ca. 900–950 km/h |
| Propellerflugzeuge (z. B. ATR 72) | ca. 500–600 km/h |
Ein Passagierflugzeug landet meist mit einer Geschwindigkeit von etwa 220 bis 260 km/h. Diese Geschwindigkeit wird kurz vor dem Aufsetzen erreicht und ermöglicht eine stabile und kontrollierte Landung, während die Tragflächen weiterhin genügend Auftrieb erzeugen.
Während des Landeanflugs reduziert das Flugzeug seine Geschwindigkeit schrittweise aus dem Reiseflug, bleibt jedoch deutlich schneller als viele Passagiere vermuten. Eine bestimmte Mindestgeschwindigkeit ist notwendig, damit das Flugzeug stabil steuerbar bleibt und nicht an Auftrieb verliert.
Warum ist die Landegeschwindigkeit nicht viel niedriger?
Auch wenn es logisch erscheinen mag, möglichst langsam zu landen, gibt es klare physikalische Grenzen:
Mindestgeschwindigkeit für Auftrieb: Sinkt die Geschwindigkeit zu stark, erzeugen die Tragflächen nicht mehr genügend Auftrieb. Das Flugzeug könnte absacken oder ins Strömungsabriss-Risiko geraten.
Stabilität beim Landeanflug: Eine konstante Geschwindigkeit sorgt für einen stabilen Gleitwinkel und eine präzise Steuerbarkeit des Flugzeugs.
Sicherheit bei Wind und Turbulenzen: Eine leicht höhere Geschwindigkeit hilft Piloten, besser auf Böen oder plötzliche Windänderungen zu reagieren.
Deshalb halten Piloten während des gesamten Endanflugs eine genau berechnete Geschwindigkeit ein, die vom Flugzeugtyp, Gewicht und den aktuellen Wetterbedingungen abhängt.
Die Fluggeschwindigkeit eines Flugzeugs wird von mehreren Faktoren beeinflusst – darunter Flugzeugtyp, Gewicht, Flughöhe, Windverhältnisse und Wetterbedingungen. Auch technische Eigenschaften wie Bauweise und Triebwerkstyp spielen eine wichtige Rolle.
Die wichtigsten Einflussfaktoren im Überblick:
1. Flugzeugtyp und Bauweise
Der Flugzeugtyp bestimmt maßgeblich die mögliche Geschwindigkeit. Große Langstreckenflugzeuge wie der Airbus A380 oder die Boeing 777 sind für hohe Reisegeschwindigkeiten optimiert. Kleinere Maschinen, etwa Turboprop-Flugzeuge wie die ATR 72, fliegen langsamer, da sie für kurze Strecken und geringen Treibstoffverbrauch ausgelegt sind.
2. Gewicht beim Start
Das Startgewicht beeinflusst die benötigte Geschwindigkeit beim Abheben. Je mehr Passagiere, Gepäck oder Fracht ein Flugzeug transportiert, desto mehr Schub und Geschwindigkeit sind erforderlich, um ausreichend Auftrieb zu erzeugen.
3. Flughöhe und Luftdichte
In großer Höhe ist die Luft dünner, wodurch der Luftwiderstand sinkt. Dadurch können Flugzeuge effizienter und schneller fliegen. Deshalb bewegen sich Verkehrsflugzeuge im Reiseflug meist in Höhen zwischen 9.000 und 12.000 Metern.
4. Windverhältnisse und Jetstreams
Wind hat einen großen Einfluss auf die Groundspeed eines Flugzeugs. Starker Rückenwind, etwa durch Jetstreams, kann die Geschwindigkeit über Grund deutlich erhöhen. Gegenwind dagegen reduziert die Geschwindigkeit und verlängert die Flugzeit.
5. Wetterbedingungen
Starkes Wetter wie Gewitter, Turbulenzen, Regen oder Vereisung kann Piloten dazu zwingen, die Geschwindigkeit anzupassen. In solchen Situationen wird häufig vorsichtiger geflogen, um Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten.
6. Triebwerkstyp und Leistung
Auch der Antrieb des Flugzeugs beeinflusst die Geschwindigkeit. Turbofan-Triebwerke, wie sie in modernen Passagierjets eingesetzt werden, ermöglichen hohe Reisegeschwindigkeiten. Turboprop-Flugzeuge mit Propellerantrieb fliegen dagegen langsamer, sind aber auf kurzen Strecken besonders effizient.
In der Luftfahrt gibt es mehrere Arten, die Geschwindigkeit eines Flugzeugs zu messen. Die wichtigsten sind IAS (Indicated Airspeed), TAS (True Airspeed), Groundspeed und die Machzahl. Jede dieser Angaben beschreibt eine andere Form der Fluggeschwindigkeit und wird für unterschiedliche Zwecke genutzt.
1. IAS – Indicated Airspeed (angezeigte Fluggeschwindigkeit)
Die IAS ist die Geschwindigkeit, die Pilotinnen und Piloten direkt im Cockpit angezeigt bekommen. Sie wird über den Luftdruck am Flugzeug gemessen und ist besonders wichtig für die Flugsteuerung und den Auftrieb der Tragflächen.
👉 Wichtig: Die IAS berücksichtigt keine Flughöhe oder Luftdichte. Deshalb kann sie deutlich von der tatsächlichen Geschwindigkeit des Flugzeugs abweichen.
2. TAS – True Airspeed (wahre Fluggeschwindigkeit)
Die TAS beschreibt die tatsächliche Geschwindigkeit des Flugzeugs durch die Luftmasse. In großen Flughöhen, wo die Luft dünner ist, liegt die TAS deutlich über der IAS.
👉 Beispiel: Ein Flugzeug zeigt 500 km/h IAS, bewegt sich aber tatsächlich mit etwa 850 km/h TAS durch die Luft.
3. Groundspeed (Geschwindigkeit über Grund)
Die Groundspeed ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Flugzeug über den Boden bewegt. Sie ergibt sich aus der True Airspeed plus oder minus Windgeschwindigkeit.
👉 Beispiel:
Rückenwind: Groundspeed steigt – der Flug dauert kürzer
Gegenwind: Groundspeed sinkt – der Flug dauert länger
4. Machzahl (z. B. Mach 0.85)
Die Machzahl beschreibt das Verhältnis der Fluggeschwindigkeit zur aktuellen Schallgeschwindigkeit, die sich je nach Temperatur und Flughöhe verändert.
👉 Moderne Verkehrsflugzeuge fliegen im Reiseflug meist mit Mach 0.78 bis Mach 0.88, also knapp unter der Schallgeschwindigkeit.
Die meisten Passagierflugzeuge großer Airlines fliegen im Reiseflug mit Geschwindigkeiten zwischen 840 und 920 km/h. Diese Geschwindigkeit hängt vom Flugzeugmodell, der Flughöhe und den Windverhältnissen ab – und sie gilt als sogenannter True Airspeed (TAS), also die tatsächliche Geschwindigkeit durch die Luft.
Warum sind diese Jets so schnell aber nicht schneller?
Große Passagierjets sind für Effizienz gebaut: Bei Mach 0.78 bis Mach 0.85 (etwa 85 % der Schallgeschwindigkeit) erreichen sie einen optimalen Kompromiss aus Treibstoffverbrauch, Reichweite und Geschwindigkeit.
Noch schneller zu fliegen wäre technisch möglich, aber es würde:
den Treibstoffverbrauch drastisch erhöhen,
die Ticketpreise verteuern,
und zu erhöhtem Wartungsaufwand führen.
Die Concorde flog beispielsweise mit über Mach 2, wurde aber aufgrund hoher Betriebskosten und Lärmprobleme eingestellt.
Privatjets und Businessflugzeuge sind kleiner, leichter und oft aerodynamisch schlanker gebaut als große Verkehrsflugzeuge, das ermöglicht Reisegeschwindigkeiten von rund 700 bis 950 km/h, je nach Modell.
Viele moderne Businessjets erreichen damit fast die Geschwindigkeit großer Langstreckenjets – einige sogar noch mehr.
Reisegeschwindigkeiten ausgewählter Privatjets
| Jet-Modell | Hersteller | Reisegeschwindigkeit |
|---|---|---|
| Cessna Citation XLS+ | Textron Aviation | ca. 820 km/h |
| Bombardier Challenger 350 | Bombardier | ca. 870 km/h |
| Dassault Falcon 8X | Dassault Aviation | ca. 900 km/h |
| Gulfstream G650/G700 | Gulfstream Aerospace | ca. 950 km/h |
| Embraer Phenom 300 | Embraer | ca. 830 km/h |
Propellerflugzeuge, auch Turboprops genannt, sind deutlich langsamer als Düsenjets. Sie erreichen im Reiseflug Geschwindigkeiten von etwa 500 bis 650 km/h. Dafür gelten sie als besonders effizient auf kurzen Strecken und bei Starts und Landungen auf kleinen Flughäfen.
Auch viele Regionaljets, die für kürzere Verbindungen mit weniger Passagieren ausgelegt sind, fliegen mit etwas geringerer Geschwindigkeit als Langstreckenjets – meist im Bereich von 750 bis 850 km/h.
Geschwindigkeiten typischer Regionalflugzeuge
| Flugzeugtyp | Antrieb | Reisegeschwindigkeit |
|---|---|---|
| ATR 72 | Propeller | ca. 500–550 km/h |
| De Havilland Dash 8-Q400 | Propeller | ca. 660 km/h |
| Embraer E175 | Jet | ca. 825 km/h |
| Bombardier CRJ900 | Jet | ca. 830 km/h |
Warum fliegen Propellerflugzeuge langsamer?
Aerodynamik & Antrieb: Propeller erzeugen effizient Schub bei niedrigeren Geschwindigkeiten – für hohe Reisegeschwindigkeit sind sie weniger geeignet als Turbofan-Triebwerke.
Kurzstreckenoptimierung: Für Flüge unter 1.000 km ist eine höhere Geschwindigkeit wirtschaftlich kaum relevant. Turboprops verbrauchen hier deutlich weniger Kerosin.
Einsatzgebiete: Propellerflugzeuge werden oft auf Strecken mit vielen Starts und Landungen eingesetzt – hier zählt Beschleunigung und Bremsweg mehr als Maximalspeed.
Während Passagierflugzeuge meist mit unter 1.000 km/h unterwegs sind, spielen militärische Jets und Spezialflugzeuge in einer ganz anderen Liga. Die schnellsten Flugzeuge der Welt erreichen Geschwindigkeiten weit über Mach 2 – das sind mehr als 2.450 km/h!
Diese Flugzeuge sind speziell dafür gebaut, den Schall zu durchbrechen, Aufklärungsmissionen durchzuführen oder gegnerische Abwehrsysteme zu umgehen.
Warum fliegt ein Flugzeug nicht noch schneller?
Auch wenn die Technik es in manchen Fällen ermöglichen würde, fliegen Passagierflugzeuge bewusst unter der Schallgeschwindigkeit. Die typischen Reisegeschwindigkeiten von Mach 0.78 bis 0.85 (ca. 850–920 km/h) sind das Ergebnis eines komplexen Kompromisses zwischen Effizienz, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.
1. Treibstoffverbrauch steigt exponentiell
Je schneller ein Flugzeug fliegt, desto mehr Luftwiderstand muss es überwinden – und desto mehr Treibstoff wird verbraucht. Ein Sprung von Mach 0.85 auf Mach 0.95 würde den Kerosinverbrauch drastisch erhöhen – ohne großen Zeitgewinn.
2. Wirtschaftlichkeit ist wichtiger als Geschwindigkeit
Fluggesellschaften kalkulieren streng nach Kosten. Ein Flugzeug, das 20 % schneller fliegt, aber 40 % mehr verbraucht, ist wirtschaftlich nicht tragfähig. 👉 Die Concorde ist ein gutes Beispiel: Superschnell, aber teuer und ineffizient.
3. Lärmschutz & gesetzliche Vorschriften
Überschallflüge erzeugen einen lauten Knall (Sonic Boom), der über bewohntem Gebiet verboten ist. Auch moderne Überschallprojekte müssen sich deshalb an strengere Umweltauflagen halten
4. Technische Belastung
Höhere Geschwindigkeiten bedeuten auch höhere thermische und strukturelle Belastungen. Das Flugzeug müsste deutlich robuster gebaut werden – was das Gewicht erhöht und die Effizienz senkt.
5. Der Zeitgewinn ist oft gering
Bei einer Flugzeit von 10 Stunden spart man durch 10 % mehr Geschwindigkeit gerade einmal 1 Stunde – in der Praxis sogar weniger, da Start, Landung und Flugverkehr den Zeitgewinn oft relativieren.
Die Geschwindigkeit von Flugzeugen hat sich seit den Anfängen der Luftfahrt enorm verändert. Was mit wenigen Kilometern pro Stunde begann, entwickelte sich in nur wenigen Jahrzehnten zu Überschallgeschwindigkeiten – getrieben durch technologische Innovationen, Kriegsentwicklung und kommerziellen Bedarf.
1903 – Der erste Motorflug mit 50 km/h
Die Gebrüder Wright hoben 1903 mit ihrem „Flyer“ erstmals motorisiert vom Boden ab – mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 km/h. Dieser historische Flug dauerte nur 12 Sekunden.
1920er bis 1940er – Militär treibt Entwicklung voran
Zwischen den Weltkriegen verbesserten sich Reichweite und Geschwindigkeit stetig. In den 1940ern erreichten Propellermaschinen wie die Supermarine Spitfire oder die Messerschmitt Bf 109 bereits 600–700 km/h.
1947 – Durchbruch: Überschallgeschwindigkeit
Der US-Pilot Chuck Yeager durchbrach mit der Bell X-1 als erster Mensch im Horizontalflug die Schallmauer – mit rund 1.100 km/h (Mach 1.06). Dies markierte den Startpunkt für die Überschallentwicklung.
1960er bis 1980er – Der Wettlauf in den Himmel
In der Zeit des Kalten Krieges entwickelten die USA und die Sowjetunion Hochgeschwindigkeitsflugzeuge wie die:
SR-71 Blackbird (USA): über 3.500 km/h
MiG-25 „Foxbat“ (UdSSR): über 3.400 km/h
Auch in der zivilen Luftfahrt wurde experimentiert: Die Concorde (GB/Frankreich) und die Tupolew Tu-144 (UdSSR) flogen beide mit über 2.000 km/h im Passagierbetrieb – ein technologischer Meilenstein.
1990er bis heute – Fokus auf Effizienz statt Geschwindigkeit
Mit dem Ende der Concorde (2003) verlagerte sich der Fokus auf:
geringeren Treibstoffverbrauch
höhere Reichweite
maximalen Passagierkomfort
Moderne Jets wie der Boeing 787 Dreamliner oder der Airbus A350 fliegen mit stabilen 850–910 km/h, aber verbrauchen dabei deutlich weniger Treibstoff als ältere Modelle.


